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Warum Bildung und Landwirtschaft neue Wege brauchen
Die vergangenen Monate haben Österreich vor eine außergewöhnliche Herausforderung gestellt. Rekordhitze, ausbleibender Niederschlag und eine lange Trockenperiode haben zur Rekorddürre in Österreich geführt. Das erste Halbjahr 2026 war laut Landwirtschaftsministerium das zweittrockenste seit Beginn der Messungen; in Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg wurde sogar das trockenste erste Halbjahr verzeichnet
Erste Niederschläge können die angespannte Situation zwar etwas abfedern. Sie lösen die langfristigen Probleme aber nicht. Denn Böden, Wasserreserven, Pflanzen, Tiere und landwirtschaftliche Betriebe brauchen mehr als eine kurzfristige Wetterbesserung. Jetzt muss bereits an das nächste Jahr gedacht werden.
Über den Tellerrand schauen
Die aktuelle Rekorddürre in Österreich zeigt, dass kurzfristige Maßnahmen allein nicht ausreichen. Unterstützung für betroffene Betriebe ist wichtig, doch gleichzeitig braucht es einen langfristigen Blick: Wie können landwirtschaftliche Strukturen angepasst werden? Welche Wirtschaftsmodelle sind unter veränderten klimatischen Bedingungen zukunftsfähig? Und wie kann die Gesellschaft ihren Beitrag leisten?
Dieser „Long-Shot“ beginnt nicht erst auf dem Feld. Er betrifft Wasserpolitik, Raumplanung, Lebensmittelversorgung, Konsum und Bildung. Landwirtschaftliche Betriebe brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, Wissen und Investitionen. Gleichzeitig muss die Gesellschaft besser verstehen, wie stark unser Ernährungssystem von Wetter, Boden und Wasser abhängig ist.
Landwirtschaft neu denken
Bäuerinnen und Bauern arbeiten bereits an Anpassungen. Dazu gehören gesunde, humusreiche Böden, vielfältige Fruchtfolgen, angepasste Sorten, bodenschonende Bewirtschaftung und ein verantwortungsvoller Umgang mit Wasser. Auch regionale Kreisläufe und eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Betrieben können helfen, Risiken besser abzufedern.
Solche Veränderungen brauchen jedoch Zeit. Sie müssen geplant, finanziert und begleitet werden. Die Rekorddürre in Österreich 2026 macht deutlich, dass Klimaanpassung kein Einzelprojekt sein darf, sondern zu einem festen Bestandteil landwirtschaftlicher und wirtschaftlicher Entwicklung werden muss.
Bildung für die ganze Gesellschaft
Wenn über Bildung und Landwirtschaft gesprochen wird, denken viele zuerst an die Aus-, Weiter- und Fortbildung von Bäuerinnen und Bauern. Diese ist selbstverständlich wichtig. Ebenso entscheidend ist aber die Bildung jener Menschen, die außerhalb der landwirtschaftlichen „Bubble“ leben.
Kinder und Jugendliche in Volksschulen, weiterführenden Schulen und anderen Bildungseinrichtungen sollen verstehen, wie Lebensmittel entstehen und welchen Einfluss Klima, Boden und Wasser darauf haben. Auch Erwachsene brauchen Möglichkeiten, Fragen zu stellen und Zusammenhänge kennenzulernen.
Denn nur wer die Realität der Landwirtschaft versteht, kann bewusste Entscheidungen treffen – beim Einkauf, in der Küche und im Umgang mit Lebensmitteln.
Seminarbäuerinnen bauen Brücken
Seminarbäuerinnen und Seminarbauern übernehmen dabei eine wichtige Rolle. In ihren Workshops gehen sie mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in den Dialog. Sie vermitteln Wissen über Landwirtschaft, Lebensmittel und Ernährung auf anschauliche und alltagsnahe Weise.


